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Analyse langsam startender Windows 7-Clients (ID 28)

Sie finden den folgenden Artikel bebildert als PDF-Datei im Anhang.

Problemstellung:

Langsam startende Clients sind in schulischen Umgebungen ein bekanntes Phänomen. Oft, aber nicht immer, sind daran veraltete Clients schuld. Leider treten langen Bootzeiten gelegentlich auch in Umgebungen auf, die mit neuer potenter Hardware ausgestattet sind. Da während des Bootprozesses des Clients auch das LANiS Programm Clientupdate mit grünem oder rotem Fenster sichtbar ist, wird das Problem fälschlicher Weise oft LANiS zugeschrieben. Auf den folgenden Seiten zeigen wir, wie man die Programme identifizieren kann, die den Client ausbremsen und das es sich dabei nicht um LANiS-Komponenten handelt.

Sind ihre Clientrechner langsam?

Einen ersten Hinweis auf Probleme in den Clients, kann man dem Logfile des Clients entnehmen. Sie finden die Logfiles im Ordner „LANiS\system\logs\update“. Schauen sie bitte am Ende einiger Logfiles nach dem Label [TIME]. Sie sollten hier Werte zwischen 10 und 30 Sekunden sehen.

 

 

 

Sollte hier ein Wert größer 30 stehen, machen Sie bitte folgenden Test. Führen Sie am Client folgendes aus: L:\schueler\config\clientupdate.exe. Beobachten Sie anschließend die Zeit [TIME], die das Clientupdate ganz alleine laufend benötigt hat. Bei zeitgemäßer Hardware müssen hier Werte kleiner 30 stehen. Größere Zeiten sind also auf einen parallel zum Clientupdate laufenden Prozess zurückzuführen. Diesen finden Sie mit den weiter unten beschriebenen Maßnahmen.

 

 

 

1.            Installation des Analysetools auf einem ausgewählten Rechner

Wählen Sie zunächst einen Computer aus, der als Analyserechner dienen soll. Dieser Rechner hat nach Abschluss der Installation alle Tools, um die von den Clients kommenden Analysedateien graphisch aufbereitet darzustellen. Es kann Ihr Windows 2008-Server oder ein beliebiger Windows 7 bzw. Windows 8 Client sein (Sie können später auf diesem Rechner die Analyse auch selbst laufen lassen). Installieren Sie dort den Microsoft Windows Performance Analyzer.

1.1.    Download des Microsoft Windows Performance Analyzers

Sie erhalten ihn auf zwei Wegen:

a)        Über den Hotfixbereich von info.schulportal.hessen.de, Stichwort „Microsoft Windows Performance Analyzer“. Dort finden Sie die Datei “PerformanceTest.zip“, die Sie bitte entpacken. Für die Installation benötigen Sie die Datei „winsdk_web.exe“ (Windows 7 bzw. Windows 2008) oder „sdksetup.exe“ (Windows 8) und eine funktionierende Internetverbindung

 

 oder

b)        Sie laden das Programm  hier herunter:

Win-7 / Win 2008:    https://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=8279 

Win-8:                           https://msdn.microsoft.com/en-us/windows/desktop/hh852363.aspx

Klicken Sie im folgenden Fenster auf Download und dann unten auf Speichern

1.2.    Installation des Microsoft Windows Performance Analyzers

Führen Sie die heruntergeladene Datei „winsdk_web.exe“ (Windows 7 bzw. Windows 2008) oder „sdksetup.exe“ (Windows 8) aus. Bestätigen Sie zunächst alle Warnungen (hier am Beispiel von Windows 7):

Nach Zustimmung zu der Lizenzvereinbarung lassen Sie die vorgeschlagenen Installationspfade unangerührt. Im folgenden Dialog steuern Sie den Installationsumfang. Wählen Sie nur das Windows Performance Toolkit aus:

Nach erfolgreichem Installationsabschluss erscheint im Startmenu der „Performance Analyzer“:

Damit ist die Analyseworkstation fertig eingerichtet.

1.3.    Installation des Microsoft Windows Performance Analyzers unter Windows 8

Führen Sie die heruntergeladene Datei „sdksetup.exe“ (evtl. im aus dem Hotfixbreich heruntergeladenen Ordner „StandaloneSDK“) aus. Bestätigen Sie die Defaulteinstellungen:

Im Startmenü finden Sie dann den Eintrag: Windows Performance Toolkit:

Damit ist die Analyseworkstation unter Windows 8 fertig eingerichtet. Für eine Analyse des Windows 8-Clients gehen Sie analog der folgenden Beschreibung vor.

2.            Sammeln der Analyseinformationen auf dem langsamen Client

Laden Sie sich aus der entpackten Datei „PerformanceTest.zip“ je nach Betriebssystemvariante den Ordner „MWPT_xx“ in den Ordner „C:\Programme“.

 

Öffnen Sie bitte eine DOS-Box und führen im Ordner „C:\Programme\ MWPT_xx“ folgenden Befehl aus. Der Client wird dadurch neu gestartet:

 

xbootmgr –trace boot

 

Nach dem Neustart des Clients wird noch für 120 Sekunden die Auslastung des Computers durch verschiedene Prozesse aufgezeichnet. Um die Messung nicht zu behindern, sollten Sie sich öffnende Dialoge nur schließen:

 

Die Aufzeichnung endet mit dem folgenden Dialog:

Das zugehörige Logfile „boot_BASE+CSWITCH_1.etl“ liegt in dem Ordner, in dem obiger Befehl ausgeführt wurde:

 

Kopieren Sie diese Datei auf Ihren Analyserechner.  

Dort starten Sie den Performance Analyzer aus dem Startmenü…

 

und öffnen aus dem Menü „File“ die vorher kopierte Datei:

 

Aktivieren Sie zunächst unter dem Menüpunkt „Graphs“ die Option „CPU Usage by Process“ um etwas mehr Licht in die Datenflut zu bringen:

Der Graph zeigt die Auslastung der CPU in den ersten Sekunden nach dem Neustart. Zur Interpretation des Graphen bewegen Sie den Cursor auf eine Linie und lassen sich die zugehörige Applikation anzeigen:

 

Im obigen Beispiel erkennt man, dass das File „MsMpEng.Exe“ die CPU offenbar stark belastet. Hinter dem File steht die Process-ID. Öffnen Sie den Taskmanager und aktivieren die Anzeige der PID:

 

Ordnen Sie die Prozesse aufsteigend nach der Prozess-ID

 

 

Lassen Sie sich die Eigenschaften der PID 808 anzeigen:

Offenbar handelt es sich um eine Komponente der „Microsoft Security Essentials“ wie man aus der Angabe „Ort“ schließen kann:

 

Zur Ermittlung der Last eines bestimmten Prozesses auf den bootenden Client öffnen Sie die Prozess-Dropdown-Box.

 

Klicken Sie auf „All Processes“, um jeglichen Prozess aus der Anzeige zu entfernen. Anschließend aktivieren Sie die zu LANiS gehörenden Prozesse. Das sind:

-            Clientupdate.Exe

-            SLA_7.Exe

-            Systemclient.EXE

-            VCDeamon.Exe

Es sollte etwa das folgende CPU-Usage Bild dargestellt werden. Sie sehen, wie gering die durch LANiS verursachte Systemlast ist.

 

Im Vergleich dazu die Auslastung durch den Virenschutz:

 

Aktiviert man nun ausschließlich die Prozesse „Clientupdate.Exe“ und den „MsMpEng.Exe“, so erhält man zwischen der 90 und 130 Sekunde das folgende Bild. Gleichzeitig weist das Logfile des Clientupdates in diesem Beispiel eine Laufzeit von 36 Sekunden nach. Blau ist der Virenschutz. Schwarz das Clientupdate.

Das stimmt recht gut mit dem obigen Grafen überein: 90 + 36 = 126. Wie man sehr gut sieht, wird das Clientupdate bei eigener geringer CPU Auslastung durch den Virenschutz ausgebremst.

 

Um Ihren Client zu beschleunigen, sollten Sie versuchen, die Applikationen zu identifizieren,  die Ihre Clients stark belasten. Versuchen Sie, sich von diesen Prozessen zu trennen. In unserem Beispiel destallieren wir den Virenschutz und starten den Client neu. Im Clientupdate-Logfile sinkt die Laufzeit dadurch auf 9 Sekunden.  Das Clientupdate startet nun nach 40 und nicht erst nach 90 Sekunden und ist mit etwa 10 Sekunden Laufzeit sehr schnell. Im Graphen sieht das wie folgt aus:

 

 

Mit diesen Ausführungen sollten Sie in der Lage sein, die Performance Ihrer Clientrechner zu verbessern. Sie werden weiterhin feststellen, dass die LANiS-Komponenten nicht die Ursache für Performanceprobleme auf Ihren Rechnern sind.

 

Weiterführende Literatur:

 

Analyse langsam startender Windows 7-Clients (ID 28)

Erste Schritte bei langsam startenden Clients (ID 42)

Analyse langsam startender Windows 8.1-Clients (ID 345)

Troubleshooting bei langsam bootenden Clients (ID 297)

 

Fehlende Laufwerksverbindungen auf den Kooperationslaufwerken (ID 573)

https://msdn.microsoft.com/de-de/library/ff190927 

 

 

 

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Zurückführende Links

Zurück zum Bereichsdokument 'PaedNet-Client-Wartung' -> ID 814

Zurück zum Leitdokument 'PaedNet 8' -> ID 800 oder 'PaedNet 9' -> ID 900

Letzte Bearbeitung: 22.07.2020 - FS

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Artikel-ID:
28
Datum (erstellt):
11.12.2012 17:28:25
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